Mitgliederversammlung - Nachlese

Industriedenkmal Königshütte
Am 11. April hat die Mitgliederversammlung unseres Förderkreises stattgefunden, wie immer, bei unseren Mitglied Hotel/Restaurant Riemann in Bad Lauterberg. Die Mitgliederversammlung hat pünktlich um 15 Uhr begonnen … und zwar mit einem Vortrag von unserem ersten Vorsitzenden, Herrn Christian Mühl. Er hat über die Baugeschichte der Königshütte referiert. Er berichtete, dass es auf dem Gelände der Königshütte bereits einen Vorgänger gegeben hat, die Süssenhütte – benannt nach dem Eigentümer Joachim Süsse. Die Süssenhütte war 1617 in fiskalischen (staatlichen) Besitz gekommen und 1623/24 eingestellt worden.
1731 hatte das Bergamt in Clausthal (Clausthal war damals noch ein eigenständiger Ort) den Bau einer neuen Eisenhütte beschlossen.
Vier Bauabschnitte hat es gegeben: Klar, der erste erstreckte sich auf die Zeit nach 1733 und umschloss ca. 10 Jahre. In diesem ersten Bauabschnitt wurde u.a. die Hochofenhütte mit zwei Hochöfen erbaut, die untere Hammerhütte, mehrere Kohlenschuppen, das Faktoreihaus, zwei Hütten(wohn)häuser und weitere Gebäude wie ein Schlackenpochwerk . Heute steht von den Gebäuden auf dem Areal der Eisenhütte nur noch das Faktoreigebäude und eines der Wohnhäuser. Von der ersten Hochofenhütte ist nur das Funktionsmodell als Nachbau im Museum zu finden.
Zum ersten Bauabschnitt gehören auch die Scholmwehrbrücke und der Hüttengraben, beides im Bereich des Kurparks von Bad Lauterberg. Auch die Drahthütte lag außerhalb des Areals der eigentlichen Hütte.
1740 ist ein erster Grundriss des Hüttenkomplexes erstellt worden.
Der zweite Bauabschnitt begann dann ab 1815. In diese Zeit fällt der Bau der Maschinen-fabrik und der Bau des Eisenmagazins. 1822 wurde das Formhaus erbaut, 1830 wurden die Hochofenhütte und die Gießereihalle neu gebaut, auch das Scholmwehr wurde erneuert, wie schon das erste wurde es wieder in Holzbauweise errichtet. Es folgten 1834 und 1840 zwei Walzwerkgebäude. Auch die Hüttenschenke stammt aus dem zweiten Bauabschnitt.
Nach der Schlacht von Langensalza, als das Königreich Hannover den Krieg verloren hatte, wurde das Gebiet preußisch, als staatliche Eisenhütte wurde die Königshütte nicht mehr gebraucht und deshalb verkauft.
Der dritte Bauabschnitt erfolgte nach Übernahme der Königshütte durch eine OHG bestehend aus Carl Anton Peters, Ludwig Holle und Wilhelm Hertzer.
1872 gab es große Umbrüche auf dem Gelände der Königshütte – die beiden Hammerhütten, wurden abgerissen, eine hatte auf dem Areal der heutigen Mühle gestanden und die zweite gegenüber auf dem Gelände der heutigen Gärten. Die eben angesprochene Mühle wurde gebaut. Zwischen Formhaus und Gießerei wurde ein Modellhaus errichtet, hier wurden die Modelle für den Guss eingelagert. Auch an der Gießereihalle wurde umgebaut.
Der nächste Bauabschnitt begann um 1950: die Gießereianlage wurde erweitert, die gotische Anlage ist seitdem nur noch im Inneren zu erkennen. Die Anlage wurde bis zu den Walzwerkgebäuden erweitert und bekam damit nach außen ein neues Gesicht.
Im Zuge der Privatisierung hatte das ehemalige Probierhaus eine neue Funktion bekommen, verfiel danach aber zusehends, bevor der 1983 gegründete Förderkreis das Areal des Gebäudes und das arg verfallene Gebäude in Erbpacht übernahm und zum Museum ausbauen ließ.
So viel zum Vortrag, der von Herrn Mühl, der in seiner Kindheit in einem der Wohnhäuser gewohnt hat, immer wieder mit eigenen Erlebnissen gefüllt wurde.
Nach einer kleinen Pause begann die Mitgliederversammlung. Hier wurde u.a. über die Anzahl der Besucher bei den Führungen im vergangenen Jahr berichtet: zu 38 öffentlichen und 26 Sonderführungen kamen 786 Besucher.
Außerdem wurden drei Mitglieder für langjährige Mitgliedschaften geehrt: für 40-, 35- und 30-jährige Mitgliedschaft. Leider hatte nur einer der zu Ehrenden den Weg zur Mitgliederversammlung gefunden bzw. auf sich genommen. Mit großer Freude nahm er seine Urkunde und einen Blumengruß entgegen.
Die genaueren (nicht öffentlichen) Ergebnisse der Mitgliederversammlung erfahren unsere Mitglieder durch das Protokoll.
Frohe Ostern allen Besuchern unserer Webseite

Kreiselbäumchen in Göttingen-Nord
Im Namen von Vorstand und Beirat wünsche ich allen Besuchern unserer Webseite Frohe Ostertage bei guter Gesundheit.
Allerorts werden am Ostersamstag oder Ostersonntag die Osterfeuer entzündet. Solche Feuer werden seit drei Jahrtausenden im Frühling entzündet, anfangs zur Tag-und-Nacht-Gleiche im März. Beim Sprung über das Feuer sollen symbolisch alle Krankheiten und das Unglück des vergangenen Jahres abgeschüttelt und im Feuer gelassen werden. Die alten Perser haben solche Feuer an ihrem Neujahrsfest gefeiert, das zur Tag-und-Nacht-Gleiche im März begangen wurde. Kelten, Germanen und Römer kannten diesen Brauch ebenfalls.
Morgen werden sicher wieder viele Kinder nach Ostereiern und Osterhasen – sicherlich aus Schokolade – suchen. Viele Familien haben schon seit einigen Wochen Ostereier in Bäume und Sträucher gehängt. Hier in Göttingen haben wir ein sogenanntes Kreiselbäumchen, es steht nicht mehr im Kreisel auf dem Weg zum Autobahnzubringer (B27), sondern daneben. Zu Weihnachten wird es mit Weihnachtskugeln, zu Ostern mit Eiern geschmückt. Aber auch im Harz findet man zu dieser Zeit solch ein Osterbäumchen: am Rehberger Graben. Dabei ist das Ei das Symbol für Fruchtbarkeit, Neubeginn und Wiedergeburt. In Mesopotamien und im alten Ägypten wurden verzierte Eier in Gräbern gefunden, ein Hinweis auf Vorstellungen von Tod und Wiedergeburt.
Wir freuen uns ebenfalls auf den Frühling, die erwachende Natur und sonnigere Tage.
Ich wünsche Ihnen allen nochmals frohe Osterfeiertage, gesund und im Kreise von Menschen, die Sie mögen, sei es nun Familie oder Freunde.

Ostertanne am Rehberger Graben
Ein gutes Neues Jahr 2026 allen Besuchern der Webseite

Ein altes Lied heißt: Nachbars Kinder haben einen Schneemann gebaut ...
Der fünfte Tag des noch jungen Jahres 2026 sind fast um, die Ersten von Ihnen müssen sicher schon wieder arbeiten, die Kinder gehen wieder zur Schule. Die Vorstandsmitglieder wünsche Ihnen allen, dass Sie gut in dieses Jahr gekommen sind und Sie nun gut erholt in dieses 2026 starten können.
Der Winter hat derzeit ganz Deutschland fest im Griff, so hoffen wir, dass Sie bisher gut und ohne Schaden den Wintereinbruch überstanden haben und wünschen Ihnen weiterhin, dass dieses so bleibt.
Rundfunk und Fernsehen meldeten für das erste Wochenende dieses Jahres volle Loipen, Pisten und Rodelstrecken in den Wintersportorten, auch des Harzes. Auch in den übrigen Gebieten, die in der Regel nicht so viel Schnee abbekommen, konnten mal wieder Schneemänner gebaut werden, viele Kinder waren eifrig dabei.
Wir wünschen Ihnen, dass Sie weiterhin gut und gesund durch diese schneereiche Zeit kommen.
Weihnachtsgrüße von Vorstand und Beirat

Grabkreuz von Dr. med Benjamin Ritscher auf dem Friedhof von Bad Lauterberg
Vorstand und Beirat des Förderkreises Königshütte wünschen allen Lesern unserer Webseite
Frohe Weihnachten und ein gutes Jahr 2026
Das nahende Ende dieses Jahres nehmen wir als Anlass, wichtige Ereignisse, den Förderkreis betreffend, noch einmal Revue passieren zu lassen.
Am 5. April fand die diesjährige Mitgliederversammlung statt, wie gewohnt bei unserem Mitglied im Hotel/Restaurant Riemann in Bad Lauterberg. 25 Mitglieder hatten den Weg nach Bad Lauterberg gefunden.
Wie in jedem Jahr begann die Mitgliederversammlung mit einem öffentlichen Vortrag. In diesem Jahr berichtete Herr Hillegeist – sozusagen als Abschiedsgeschenk - über historische Harzer Eisenhütten. Dieses waren die Königshütte, die Rothehütte (heute im Ortsteil Königshütte der Stadt Oberharz am Brocken liegend), die Lerbacher Hütte (Lerbach: OT von Osterode am Harz), die Sollinger Hütte (Uslar) und die Harzer Hütten in Rübeland und Zorge. Alle Anwesenden waren von dem Vortrag sehr angetan. Großer Applaus war das Dankeschön für den gelungenen Vortrag.
Ein wichtiger Punkt der Mitgliederversammlung waren die Wahlen, die turnusmäßig alle zwei Jahre anstehen. In diesem Jahr war es wieder so weit.
Bereits im Vorfeld hatte Herr Hillegeist angekündigt, dass er nicht mehr zur Wahl stehen würde. Beim Schriftführerposten hat sich ebenfalls etwas geändert und auch im Beirat gab es eine neue Zusammensetzung.
Während der Wahl kam der Vorschlag, Herrn Hillegeist den Posten des Ehrenvorsitzenden anzubieten, dieser Vorschlag ist von den Anwesenden, aber auch Herrn Hillegeist, sehr gut aufgenommen worden und Herr Hillegeist hat die Wahl zum Ehrenvorsitzenden angenommen.
Bereits 2023 hatte Herr Hillegeist darauf hingewiesen, dass das gusseiserne Grabkreuz von Dr. Benjamin Ritscher, das auf dem Friedhof von Bad Lauterberg unterhalb der Friedhofskapelle steht, sehr sanierungsbedürftig ist. – Dr. Benjamin Ritscher (1803 – 1859) war Arzt und hat im Jahr 1839 in Bad Lauterberg ein Kaltwasserheilbad eröffnet. (Anmerkung: Sebastian Kneipp, der heute überregional viel bekannter ist mit seinen Wasseranwendungen, hat erste Behandlungen erst 1850 durchgeführt, war aber kein Arzt.) Für die Restaurierung des Grabkreuzes von Dr. Benjamin Ritscher wurde erfolgreich ein Spendenaufruf gestartet, das Grabkreuz konnte restauriert werden. In der Woche vor Weihnachten wurde das Grabkreuz wieder aufgestellt. Vorstand und Beirat des Förderkreises danken Herrn Haase und seinen Mitarbeitern von der Firma Metallbau Haase für die exzellente Arbeit, die sie geleistet haben. Ebenso danken wir vom Vorstand und Beirat allen, die uns so zahlreich und freundlich mit Spenden unterstützt haben. Nun erstrahlt das Grabkreuz wieder in neuem Glanz, auch die Beschriftung ist - in Gold - wieder neu aufgetragen worden, nicht so einfach, da die ehemals erhabene Schrift fast weggewittert war.
Ein weiteres Highlight war der Erwerb von Medaillen, die auf der Königshütte gegossen worden sind, auch diese konnten dank einer Spende – in diesem Fall von unserem Ehrenvorsitzenden Herrn Hillegeist – erworben werden.
Die Führungen, die wir in diesem Jahr angeboten haben, sind sehr gut besucht worden. 35 reguläre Führungen sind angeboten worden, dazu 17 Sonderführungen. Hier gilt ebenfalls ein besonderer Dank den ehrenamtlichen Führern aus den Reihen der Mitglieder. Die endgültige Anzahl der Besucher ist noch nicht ausgewertet worden, bis zum Tag des offenen Denkmals haben, einschließlich vom Tag des offenen Denkmals, 309 Personen die öffentlichen Führungen besucht, zu Sonderführungen waren bis zu diesem Datum (14. September) 173 Personen gekommen. An den beiden Sondertagen, dem Internationalen Museumstag und dem Tag des offenen Denkmals hatten jeweils zwei Führungen stattgefunden. - Der Vorstand dankt allen Helfern, die an diesen Tagen zu einem reibungslosen Ablauf beigetragen haben und diese Tage für die Besucher zu einem wunderschönen Erlebnis haben werden lassen.
Doch wie überall gab es in diesem Jahr auch für den Förderkreis nicht nur positive Ereignisse. Die Restaurierung der Maschinenfabrik stockt, die Gründe und Ursachen sind vielfältig. Doch ich will hier nicht näher darauf eingehen. Positiv war in diesem Zusammenhang der Besuch der Kreistagsfraktion der CDU Göttingen. Ihre Mitglieder haben sich über das Industriedenkmal Königshütte führen lassen, mit Schwerpunkt Maschinenfabrik. Ob es neben der Spende für die Führung eine Spende in dieser Richtung geben wird, steht noch nicht fest.
Organisiert hatte dieses Treffen unser Vereinsmitglied und CDU-Kreistagsabgeordneter Herr Hans Otto Arnold. Neben dem Einwerben von Mitteln für die Sanierung wollte die Gruppe auch schauen, wie man die Nutzung des Industriedenkmals als Museum fördern könnte. Denn das Areal ist im Augenblick als Industriegebiet ausgewiesen, es wird nur museal genutzt. Hierbei ist auch der Eigentümer des Industriedenkmals gefragt. Wie es weitergeht, muss das kommende Jahr zeigen.
In dem Sinne noch einmal
Frohe Festtage und alles Gute für das Jahr 2026

Würdigung des Ehrenamtes – Peter Weinreich, Mitglied unseres Förderkreises, war nach Hannover zum ‚Tag des Ehrenamtes‘ eingeladen worden
Der Tag des Ehrenamtes wurde 1985 von den Vereinten Nationen (UN) als Internationaler Tag des Ehrenamts (International Volunteer Day) ausgerufen. Ziel dieses weltweiten Aktionstages ist es, das Engagement von Freiwilligen zu würdigen und noch mehr Menschen zu motivieren, sich ebenfalls zu engagieren.
Der weltweit offizielle Termin ist der 5. Dezember. Das Motto für dieses Jahr lautet „Jeder Beitrag zählt “.
Viele Gemeinden haben diesen ‚Tag des Ehrenamtes‘ in ihrem Programm und begehen ihn zu unterschiedlichen Zeiten. So waren in Bad Lauterberg in den vergangenen Jahren schon mehrmals Mitglieder des Förderkreises zu diesem Tag geladen. Aber auch die Bundesländer laden zum Tag des Ehrenamtes Einzelpersonen, Gruppen und Vereine ein, um Ehrenamtliche zu ehren.
So fand in Hannover die Veranstaltung am 22. November statt, veranstaltet wurde sie von der Landesregierung, den niedersächsischen Sparkassen und den VGH-Versicherungen. Etwa 350 Personen aus den unterschiedlichsten Vereinen Niedersachsens waren nach Hannover zur Abschlussveranstaltung eingeladen worden, beworben hatten sich 620 Einzelpersonen, Gruppen und Vereine. – Diese Abschlussveranstaltung fand im Verwaltungsgebäude der VGH-Versicherungen statt und stand unter dem Motto ‚unbezahlbar und freiwillig‘.
Einer der vorgeschlagenen Personen war unser Vereinsmitglied Klaus-Peter Weinreich. Klaus-Peter Weinreich wartet seit Jahrzehnten die Maschinen der Maschinenfabrik der Königshütte und, wenn nötig, setzt er die Maschinen instand. Außerdem bringt er während der Führungen den Besuchern die Geschichte der Maschinenfabrik näher und setzt auch die eine oder andere Maschine in Betrieb. Vorgeschlagen hatte ihn Bernd Fuhse, der stellvertretende Vorsitzende unseres Vereins, des Förderkreises Königshütte. Und … Herr Klaus-Peter Weinreich war aus dem großen Pool der vorgeschlagenen Personen zu der Veranstaltung in Hannover eingeladen worden.
Da Peter Weinreich in seiner Mobilität eingeschränkt ist, hatte sich unser erste Vorsitzende, Herr Christian Mühl, angeboten, ihn nach Hannover zu begleiten, mit von der Partie war Frau Elisabeth Mühl, die Ehefrau unseres Vorsitzenden.
Die Eingeladenen, die in der vordersten Reihe saßen, begrüßte Ministerpräsident Olaf Lies beim Hereinkommen mit Handschlag. Auch gehörte dazu, und, Peter Weinreich hat sich darüber sehr gefreut.
Kleiner Einschub: Ministerpräsiden Olav Lies kennt die Königshütte, er hatte sie, damals als Umweltminister, am 8. März 2019 besucht.
Ausgezeichnet wurden elf Gruppen und Vereine, sie bekamen neben einer Urkunde auch ein kleines Dankeschön in Form von 4.000 €. Über ihre ‚unbezahlbar und freiwillig‘ geleistete Arbeit wurde jeweils ein kleiner Film gezeigt. Leider wurden die anwesenden und ausgewählten Ehrenamtlern/innen, die nicht zu diesen elf Gruppen bzw. Vereinen gehörten, nicht namentlich erwähnt, was den Einen und die Andere traurig stimmte, so auch Peter Weinreich.
Die Veranstaltung wurde moderiert von Frau Christina von Saß, viele kennen sie sicher durch die NDR-Sendung Hallo Niedersachsen. Schöne Darbietungen einer Band sorgten für die Auflockerung der Veranstaltung.
Insgesamt, so hat mir Frau Mühl von dieser Veranstaltung berichtet, war es eine gelungene Veranstaltung, an die sich die Teilnehmer unseres Förderkreises sicher noch länger erinnern werden.

unser Vorstandsvorsitzende Christian Mühl (links) und Mitglied Klaus-Peter Weinreich (rechts)
